Die Chronik der FF Weinitzen – Oberschöckl im Überblick

1906 Gründung der FF- Weinitzen Oberschöckl am 6.1.1906 (12 Mann)
1906 - 1908 1. Hauptmann: Stuart Washington
1908 Kauf der 1. Pumpe (händisch)
1908 – 1912 2. Hauptmann: Franz Hopfer
1912 – 1937 3. Hauptmann: Sebastian Mairold
1921 - 1922 Bau des 1.Rüsthauses im Dorf Oberschöckl
1928 Kauf der 1. Rosenbauer – Pumpe u einer Pferdekutsche
1936 Bau des 2 Rüsthauses
1937 – 1972 4. Hauptmann: Franz Hasenhüttl
1950 Kauf des 1. Löschfahrzeuges, Marke Dogde
1955 Kauf eines Mannschaftfahrzeuges, Marke VW-Bus
1962 Kauf der 2. Rosenbauer - Pumpe
1967 Kauf eines neuen Löschfahrzeuges, Marke Ford Transit
1971 Kauf eines weiteren Löschfahrzeuges, Marke Land-Rover
1972 – 2000 5. Kommandant: Rupert Kainz
1978 Um- und Zubau des Rüsthauses
1980 Kauf des 1. Tanklöschfahrzeuges, Marke Magirus Deutz
1983 Kauf eines Kleinrüstfahrzeuges mit Bergeausrüstung, Marke VW-LT35
1987 Kauf eines Mannschaftstransportfahrzeuges, Marke VW-Bus
1991 weiterer Umbau des Rüsthauses
1994 Kauf eines Löschfahrzeuges mit Seilwinde, Marke Steyr12S18 Allrad
2000 6. Kommandant: HBI Peter Kainz, Stellvertreter OBI Martin Anhofer
2004 Rüsthaussegnung am 22.August
2005 Kauf und Segnung von MTF- Renault Master
2006 100 Jahr Feier der FF Weinitzen-Oberschöckl (90 Mitglieder)
2007 7. Kommandant: HBI Martin Anhofer, Stellvertreter OBI Hannes Mauthner
2010 Anschaffung eines neuen Rüstlöschfahrzeuges Marke Volvo 400PS
2010 Ergänzungswahl : OBI Markus Rinner
2012 Wiederwahl der Kommandanten : HBI Martin Anhofer, Stellvertreter OBI Markus Rinner
2013 Kauf einer Atemluft-Füllstation
2017 Wiederwahl der Kommandanten : HBI Martin Anhofer, Stellvertreter OBI Markus Rinner
2017 Anschaffung eines neuen Fahrzeuges Marke Mercedes Sprinter LKWA

Unsere verstorbenen Kameraden der FF Weinitzen-Oberschöckl

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Weinitzen-Oberschöckl

Zwölf Männer Gründeten am Dreikönigstag 1906 die Freiwillige Feuerwehr Oberschöckl: Stuart Washington, der damals vorübergehend das von ihm „Washington-Hof“ genannte Anwesen vulgo Möltenbauer und den Braunkohlenbergbau Weinitzen besaß, dann Franz Hopfer (Windischhansl), Johann Tüchler (Ofenwagner), Josef Neuhold (Brandbauer), Peter Zötsch (Haidegger), Simon Zötsch (Moarripl), Johann Sailer (Ofenschuster), Sebastian Mairold (Kogler), Johann Zötsch (Hadl), Johann Tüchler (Sorger), Franz Mairold (Bachannerl) sowie der Besitzer des Theresienhofes, Josef Regula, der jedoch nicht aktiv tätig war.

Erster Hauptmann war Stuart Washington. Bereits im Gründungsjahr wurde eine Handpumpe angeschafft, die auf einem zweirädrigen, für Pferdezug vorgesehenen Fahrgestell montiert war. Geübt wurde gegenüber dem Gasthaus Windischhansl, wo sich an der Stelle des gegenwärtigen Kühlgemeinschaftshauses ein einfacher Steigerturm befand. Die Aktivitäten des Hauptmannes beschränkten sich - Erzählungen älterer Leute zufolge darauf, dass er zu den Übungen auf einem Pferd angeritten kam, die Meldung des Zugführers entgegennahm, für die Feuerwehrmänner beim Windischhansl ein Fass Bier zahlte und hernach wieder davon ritt.

Nachdem Stuart Washington eines Tages unter Hinterlas­sung großer Schulden “plötzlich über Nacht spurlos verschwunden“war wurde 1908 Franz Hopfer Feuerwehrhauptmann. Ihm oblag es, die gemäß der Feuerlösch-Ordnung für das Herzogtum Steiermarkam 11. Februar 1909 festgelegten “Satzungen der Freiwilligen Feuerwehr Oberschöckl“ nach Bestätigung durch den Gemeindeausschuß von Weinitzen der k.k. Statthalterei in Graz vorzulegen. Das Dokument wies in 25 Paragraphen alle Pflichten und Rechte aus, so u. a.:

§ 1. Zweck der Feuerwehr ist ein geordnetes Zusammenwirken bei Feuersgefahr, um Leben und Eigentum der Bewohner zu schützen.

§ 2. Zur Erreichung dieses Zweckes sorgt die Freiwillige Feuerwehr für eine stramme Disziplin ihrer Mitglieder, eine fachliche Ausbildung und schlagfertige Organisierung derselben, dann für die erforderlichen Geräte.

§ 3. Die Feuerwehr hat ihren Sitz in Oberschöckl, Gemeinde Weinitzen, und erstreckt ihre Tätigkeit in der Regel auf die Ortschaften Oberschöckl, Weinberg und Niederschöckl, leistet aber auch ausnahmsweise auf größere Entfernungen Hilfe.

§ 4. Die Dienstleistung der Feuerwehr findet in Ausübung eines ihr von der Gemeinde übertragenen Befugnisses statt.

§ 5. Die Geldmittel zur Bestreitung der Ausgaben der Feuerwehr werden entweder durch Beiträge der unterstützenden Mitglieder (oder) durch Subventionen und Geschenke aufgebracht.

§ 8. Wer als ausübendes Mitglied (Feuerwehrmann) eintreten will, muss außer der körperlichen Eignung einen unbescholtenen Ruf und ehrenhaften Charakter besitzen. Jeder Feuerwehrmann ist zur unentgeltlichen, pünktlichen und hingebenden Leistung des Dienstes, zum unbedingten Gehorsam gegen die Vorgesetzten und zur genauen Einhaltung der Dienstesvorschriften verpflichtet.

§ 13. Die Mitglieder bilden in der Regel drei Abteilungen, nämlich Steiger-, Spritzen- und Schutzleute. Je acht Mann einer Abteilung bilden ein Rott mit einem Rottführer. Mindestens drei Rotten aus diesen Abteilungen bilden einen Zug mit einem Zugführer...

§ 14. An der Spitze der Feuerwehr steht der Hauptmann, demselben steht die Leitung sowie die Vertretung des Vereines nach außen zu...“

Im Jahr 1911 wurde die Wehr erstmals zu einer außerörtlichen Hilfeleistung bei einem Großbrand in Ebersdorf bei St. Radegund gerufen.

Dritter in der Reihe der Hauptleute war Sebastian Mairold, der die FF Oberschöckl von 1912 bis 1938 führte. In dieser Zeitspanne gab es wesentliche Neuerungen. Geld-, Holz- und andere Sachspenden, vor allem aber unentgeltliche Arbeitsleistungen machten es möglich, dass in den Jahren 1921/22 im Dorf Oberschöckl ein Rüsthaus gebaut wer­den konnte.

Bedeutend erhöht wurde die Leistungsfähigkeit der Feu­erwehrmänner im Jahr 1928 durch die Anschaffung einer Motorspritze und eines für Pferdebespannung eingerich­teten Feuerwehrwagens.

Die feierliche Spritzenweihe erfolgte am Sonntag, dem 12. August 1928. Bereits am Abend desselben Tages hatte das neue Gerät bei einem Brand in Hohenberg seine Feu­ertaufe zu bestehen. Sowohl darüber, als auch über die an diesem Festtag eröffnete Autobuslinie Andritz- Windisch­hansl berichtete eine Zeitung:

„Sonntag herrschte in unserem stillen Ort reges Leben. Die unter Mitwirkung der Gemeinden Weinitzen, Fölling und Stattegg und der Bewohner der Umgebung ange­schaffte Motorspritze wurde eingeweiht. Unter Böllerkra­chen zogen die Feuerwehren mit der Musikkapelle der Feuerwehr Radegund vormittags ein. Der Einladung wa­ren folgende Wehren gefolgt: Radegund, Mariatrost, Kumberg, Neustift, Andritz, St. Veit, Maschinenfabrik An­dritz, Papierfabrik Andritz, ferner waren Vertreter der Wehren Straßgang, Wildon und St. Oswald ob Planken­warth erschienen. Der Obmann des Feuerwehrbezirkes der Vororte Graz, Herr Mlekus aus Gösting, kam mit Mit­gliedern der Feuerwehr Gösting. Vom Gasthaus Win­dischhansl bewegte sich dann unter flottem Spiel der Mu­sik der Zug der Feuerwehrmänner zum Spritzenhaus. Die Spritzenmutter, Frau Margarete Hopfer, und die Spritzenpatinnen, die Frauen Regula, Hold und Doppelhofer, folgten in festlich geschmückten Wagen. Dem Zug schlossen sich auch die Bürgermeister Obenaus (Weinit­zen), Herzog (Fölling) und Almer (Stattegg), Pfarrer Pater Anton von Mariatrost, Vertreter des Gendarmeriepostens Andritz und viele andere Festgäste an. Beim Rüsthaus begrüßte Wehrhauptmann Sebastian Mairold die Er­schienenen. Neben dem Rüsthause war ein Zelt errichtet, in dem Pater Anton die Feldmesse las, während der die Musik die Messe von Haydn wirkungsvoll zu Gehör brach­te. Nach der Messe hielt der Pfarrer eine die Bedeutung des Feuerwehr-Wahlspruches: ‘Gott zur Ehr, dem Näch­sten zur Wehr‘ erläuternde, gedankentiefe Ansprache. Weißgekleidete Mädchen überreichten dem Pfarrer, der Spritzenmutter und den Spritzenpatinnen unter Anspra­chen Blumensträuße. Oberlehrer Mejak aus Nieder­schöckl, der Schriftführer der Wehr Oberschöckl, hielt eine schwungvolle Festrede... Vizebürgermeister Franz Mairold von Oberschöckl sprach den Dank der Gemeinde für das zahlreiche Erscheinen aus, worauf Wehrhaupt­mann Sebastian Mairold bekannt gab, dass nachmittags die Vorführung der Motorspritze stattfinden werde.

Inzwischen hatte die versuchsweise an diesem Tage neu eröffnete Autolinie der Grazer Trambahn viele Festgäste aus Graz und Andritz herbeigebracht, und bald gab es beim Windischhansl ein frohes, festliches Treiben. Die Musik spielte unermüdlich. Die Vorführung der Motorspritze am Nachmittag bewies deren große Leistungsfä­higkeit.

Schon am Abend trat die neue Motorspritze bei einem Brand in Tätigkeit. Im Heustadl der Lichtenegger- Realität in Hohenberg war Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr Oberschöckl rückte vom Festplatz weg aus.“

Weil das alte Spritzenhaus zu klein geworden war, wurde 1936 unter großen, jedoch durchwegs freiwilligen Opfern der Bevölkerung ein neues Rüsthaus gebaut, wofür Franz Hasenhüttl einen Teil des Baugrundes zur Verfügung stellte. Als Hausschmuck wurde ein Florianbild ange­schafft; dafür wurde - wie das Protokollbuch vermerkt – „als Gegenleistung Abfallholz  gegeben“.

1931 feierte die Freiwillige Feuerwehr Oberschöckl ihr25jähriges Bestehen. Das Bild zeigt die damaligen Mitglieder (jeweils von links nach rechts); vorn liegend: Werner Regula und Johann Sauer jun.; 1. Reihe sitzend: Peter Harb, Johann Maritschnig jun., Franz Hasenhüttl, Franz Mairold, Sebastian Mairold, Simon Zötsch, Oswald Mejak; 2. Reihe stehend: Franz Neuhold, Johann Tüchler, Josef Steindl, Karl Feiertag, Johann Maritschnig sen., Johann Freistätter, Franz Hopfer, Josef Neuhold, Josef Wartbichler, Heinrich Rinner, (der Name des Mannes ganz rechts außen ist nicht mehr bekannt); dritte Reihe stehend: Johann Hasenhüttl, Jakob Neuhold, Josef Wartbichler.

Eine Notiz aus dem Jahr 1937 läßt erkennen, daß damals innerhalb der Wehr auch eine Rettungsabteilung bestand. Neben der Erfüllung ihrer verantwortungsvollen Aufgaben widmeten sich die Feuerwehrmänner aber auch der Pfle­ge des geselligen Lebens im Ort. Dazu gehörte die alljährliche Veranstaltung mehrerer Tanzunterhaltungen. So wurde z.B. für den Feuerwehrball am 17. Jänner 1937 der Eintritt mit 80 Groschen (im Vorverkauf 60 Groschen) fest­gelegt und die Gemeinde ersucht, “ein paar Feldhasen zu überlassen zu einer Lizitation“.

Im Jahr 1938 übernahm Franz Hasenhüttl das Ortsfeuerwehrkommando mit der in der NS-Zeit vorgeschriebenen Funktionsbezeichnung “Wehrführer“ und dem analogen Dienstgrad “Truppführer“. Als er 1942 zum Kriegsdienst einberufen wurde, übernahm Peter Harb diese leitende Aufgabe.

Unter den dienstlichen Schriftstücken aus jener Zeit befindet sich auch ein vom Landratdes Landkreises Graz erlassener Sammlungsbefehl, datiert mit 21. Dezember 1942. Die Anweisung lautete u. a.: “Nachfolgende Aufstellung ist zur listenmäßigen Erfassung aller zur Feuerwehr gehörigen Personen sowie Beitragseinziehung und Abrechnung zu verwenden... Es wird erwartet, dass sich keiner ausschließt!“ Und dann der Nachsatz: “Im Vorjahr war eine Reichsmark als Richtsatz pro Mann als Mindestopfer. Auf den Führerapell und die Strapazen unserer Frontkameraden wird diesmal eine Mehrleistung erwartet, die ein wirkliches Opfer darstellt!“

Am 21. März 1943 hatten die 24 damals aktiven Feuerwehrmänner in Oberschöckl mit eigenhändiger Unterschrift zu bestätigen, “darüber belehrt worden zu sein. daß sie der SS- und Polizeigerichtsbarkejt unterliegen, daß alle Straftaten, die im Feuerwehrdienst, in Bezug auf den Feuerwehrdienst oder in Uniform von ihnen begangen werden, unter die Sondergerichtsbarkeit der SS- und Polizeigerichte fallen.“

Während des Zweiten Weltkrieges lichteten sich die Mannschaftsreihen der Feuerwehr zunehmend. Als Ersatz für die zum Militär einberufenen Männer wurden nun 14 junge Frauen herangezogen, die innerhalb der Wehr eine eigene Gruppe bildeten.

Nach dem Kriegsende im Jahr 1945 wurde wieder Franz Hasenhüttl Feuerwehrhauptmann. Bei Alarmierungen in den unmittelbaren Nachkriegsjahren kam es beim Transport der Motorspritze zu den Einsatzorten mehrmals zu Problemen, weil es zuweilen an geeigneten Zugtieren fehlte. Dies konnte aber im Jahr 1950 durch den Kauf eines Gebraucht- Kraftfahrzeuges der Type Dodge, das zu einem Einsatzwagen umgerüstet worden war, gelöst werden.

Die festliche Fahrzeugweihe am 3. September unter der Patenschaft der Frauen Maria Mairold, Theresia Doppelhofer, Anstasia Steindl, Maria Hasenhüttl, Theresia Zötsch, Rosa Maritschnigg, Theresia Schalk, Anna Harb, Aloisia Neuhold, Elsa Feiertag und Rosa Sattler nahm Pater Franz Engel vor.

1955 erwarb die Wehr als zweites Auto einen alten Volkswagen, den sie ohne besondere Formalitäten in den Dienst stellte. 1962 wurde eine Motorpumpe angekauft. Eine wichtige Erneuerung ihrer Ausrüstung bewirkte die Wehr durch die Anschaffung eines Ford-Mannschaftswagens, der am 13. August 1967 im Rahmen eines Sommerfestes vom Pater Balduin Keller unter der Patenschaft von 18 Frauen gesegnet wurde. Und bereits drei Jahre darauf wurde der Fuhrpark um ein Landrover-Rüstauto bereichert, dessen Weihe am 1. August 1971 Pater Ansgar Devez unter dem Beistand von 28 Patinnen vornahm.

Nach dem Tod des Ortsfeuerwehrkommandanten Franz Hasenhüttl wurde 1972 Rupert Kainz d. J. zum Hauptbrandinspektor gewählt.

Noch im selben Jahr wurde eine Vorbaupumpe für den Rover angeschafft und in den Jahren 1978/79 erhielt das Rüsthaus einen Zubau. Diese Erweiterung war umso notwendiger, als die Wehr im Jahr 1980 ein neues Tanklöschfahrzeug erhielt, für das 82 Frauen die Patenschaft über­nahmen. Aber schon 1983 wurde ein weiteres Rüstfahrzeug mit Bergeausrüstung, zu dem 1985 auch Spreizer und Schere kamen, und 1987 ein Mannschaftstransportauto der Marke VW erworben. Die Segnung dieser Fahrzeuge nahm jeweils Pfarrer P. Johannes Pfeffel vor.

Der Mannschaftsstand der FF Weinitzen- Oberschöckl setzte sich am 1. Jänner 1988 aus 78 Aktiven, zwei Ehrenmitgliedern und zehn Jugendlichen zusammen.

                     

Die Freiwillige Feuerwehr Weinitzen-Oberschöcklim Jahr 1988 (in den einzelnen Reihen jeweils von links nach rechts): 1. Reihe: Markus Neuhold, Leonhard Harpf, Franz Jauk, Kurt Friedi, Ewald Neuhold, Bernd Ljubi. —2. Reihe: Franz Mißbichler, Franz Titz, Karl Mauthner, Robert Mairold sen. Dr. Hanns Harpf (Feuerwehrarzt), Franz Rinner (Oberbrandinspektor), Rupert Kainz jun. (HauptbrandinspektOr), Bürgermeister OSchR Walter Kohl (Ehrenmitglied), Rupert Kainz sen. (Ehren-Hauptmannstellvertreter), Johann Rinnersen., PeterKainz, Johann Karrer sen., Robert Mairold jun., Josef Lang. — 3. Rei­he: Alois Neumeister, Franz Bressnig, Anton Grozinger, Uwe Heidemann sen., Willi Freistätter, August Marx, Peter Rinner, Martin Anhofer, Josef Wartbichler, Karl Hammer, PeterZötsch, Raimund Krenn, Augustin Marx. — 4. Reihe:Karl Paar, Franz Harb sen., Josef Neuhold sen., Uwe Heidemann jun., Franz Harb jun., Josef Feiertag, Johann Wartbichler, Andreas Kainz, Thomas Heidemann, Manfred Krenn, Alfred Walchensteiner, Johann Kainz, Ernst Bressnig, Heinrich Rinner sen. —5. Reihe: Josef Zotter, Mag. Johann Karrer jun., Erich Zotter, Franz Feiertag, Johann Feiertag, Karl Jauk, Johann Rinnerjun., AlbertKainz, Josef Steind!, GüntherMarx, Johann Zötsch, GüntherMauthner, Friedrich Rinner. —6. Reihe: Martin Recla, Peter Seinitzer, Günter Hofbauer, Andreas Marx, Heinrich Rinner jun., Josef Neuhold jun., Kurt Frank, Johannes Harpf.

 

Mit der bereits im Gründungsjahr 1906 angeschafften Handpumpe wußten auch die Jungfeuerwehrmänner von 1988 noch gut umzugehen. Von links nach rechts: Bernd Ljubi, dann Ewald und Markus Neuhold (beide schon in 4. Generation bei der Feuerwehr; ihr Urgroßvater Josef Neuhold vlg. Brandbauer war Gründungsmitglied), weiter Leonhard Harpf und Kurt Friedl bei einer „Übung“.

Im Jahr 1991 erfolgte ein Umbau bzw. die Renovierung des Rüsthauses. Der Turm wurde mit einer Holzfront versehen, das Dach wurde erneuert.

1993 begann die Wehrleitung mit der Planung zur Anschaffung eines modernen Löschfahrzeuges, welches im Jahr 1994 im Rahmen des alljährlichen Sommerfestes gesegnet und in Betrieb genommen wurde. Es handelt sich dabei um ein Fahrzeug der Marke Steyr 10S18 in Allradausführung.

Im Jahr 2000 kam es zu einem Wechsel der Feuerwehrführung. Der langjährige Kommandant Rupert Kainz übergibt an den neu gewählten Hauptbrandinspektor Peter Kainz. Sein Stellvertreter wird Martin Anhofer.

In den darauf folgenden Jahren beginnen die Planungen für einen Rüsthausneubau am Kirchweg, welches im Jahr 2004 im Rahmen des Sommerfestes in Betrieb genommen wird.

2005 wird das 19 Jahre alte Mannschaftstransportfahrzeug durch ein neues der Marke Renault Master ersetzt.

Mitgliederstand zum 100 Jahr Jubiläum 2006: 90 Mitglieder davon 63 Aktive, 13 Jugend, 9 außer Dienst, 5 Ehrenmitglieder.

2007 wird HBI Martin Anhofer zum Kommandanten gewählt.

Im Jahr 2010 wird das 30-jährige Tanklöschfahrzeug Magirus Deutz durch ein neues ersetzt. Es handelt um ein Rüstlöschfahrzeug der Marke Volvo mit 400 PS. In diesem Jahr wir bei einer Ergänzungswahl Markus Rinner zum OBI gewählt. Ab diesem Jahr wird auch vermehrt an Leistungsprüfungen teilgenommen um den Ausbildungsstand der Mannschaft zu erhöhen.

Im Jahr 2013 konnte nach einer längeren Planungsphase eine Atemschutzflaschen Füllanlage angekauft und installiert werden. Mit dieser Anlage ist die Feuerwehr Weinitzen Oberschöckl im Bereich Atemschutz unabhängig von den wenigen Füllstationen die im Bezirk zur Verfügung stehen. Im Einsatzfall können unsere Atemschutzflaschen jederzeit nachgefüllt werden. Die Feuerwehr Weinitzen Oberschöckl ist mit diesen Ausbildungs- und Investitionsmaßnahmen gut für die nächsten Jahre gerüstet.

2017 wird das in die Jahre gekommene Kleinrüstfahrzeug VW LT durch einen neuen Lastkraftwagen mit Hebebühne - LKWA ersetzt.

 

Leistungsprüfungen der vergangenen Jahre

2010 Technische Hilfeleistungsprüfung mit 2 Bewerbsgruppen
2012 Branddienstleistungsprüfung mit 2 Bewerbsgruppen
2013 Atemschutzleistungsprüfung mit 3 ATS Trupps
2014 Sanitätsleistungsprüfung 1 Mann
2015 Atemschutzleistungsprüfung mit 2 ATS Trupps
2018 Sanitätsleistungsprüfung mit 2 Trupps
2018 Atemschutzleistungsprüfung Silber 2 ATS Trupps
2018 Branddienstleistungsprüfung in Bronze mit 2 Gruppen 1:6

Wettkampfgruppe 1972

Einstige Ortsfeuerwehren

In den vor 1938 eigenständigen Gemeinden Weinitzen und Fölling/Maria Trost bestanden noch weitere Ortsfeuerwehren.

Im Bereich der vormaligen Gemeinde Fölling (ab 1930 Marktgemeinde Maria Trost) waren bis 1938 zwei Feuerwehren aktiv. Während die FF Kroisbach schon vor dem Ersten Weltkrieg bestand, wurde die FF Maria Trost erst nach 1918 gegründet. Letzterer wurde in den dreißiger Jahren eine Rettungsabteilung angeschlossen. Am Stan­dort der Freiwilligen Feuerwehr Kroisbach wurde nach deren Auflösung eine Feuerwache der (Berufs-)Feuerwehr der Stadt Graz eingerichtet, die gegenwärtig noch als Nebenwache derselben geführt wird7. Leider sind sämtliche Aufzeichnungen dieser zwei ehemaligen Feuerwehren verschollen, so dass genaue Datierungen nicht möglich waren.

Als sich in Neustift (ehemals Gemeinde Weinitzen) im November 1921 die Ortsbevölkerung versammelte, um “nach den unheimlich vielen Brandlegungen der Jahre 1920 und 1921 “8 zum Schutze der bedrängten Bürger eine Wehr zu gründen, machte ein Herr Gottwald aus Andritz den Vorschlag, Neustift möge gemeinsam mit Andritz eine Wehrgründung vornehmen. Dieses Projekt sah eine “Freiwillige Feuerwehr St. Veit und Umgebung“ vor, die St. Veit, Ober- und Unterandritz, Stattegg und Neustift einschließen sollte. Ein Gegenvorschlag plädierte für einen Anschluss der Neustifter an die FF Oberschöckl, “da erstens dort schon mehrere Jahre eine Wehr besteht und zweitens (diese) zu unserer Gemeinde gehört‘, fand aber bei der Abstimmung keine Mehrheit.

 

Auch der Feuerwehr Kroisbach war eine Rettungsabteilung angeschlossen. Im umgestalteten Bau des ehemaligen Rüsthauses wacht jetzt die Grazer Berufsfeuerwehr.

Die Gründungsversammlung der FF St. Veit und Umgebung fand im Frühjahr 1922 in Oberandritz statt, wobei H.Gottwald zum Hauptmann gewählt wurde. Die Wehr wurde in fünf Löschzüge eingeteilt. Der Zug Neustift setzte sich zusammen aus dem Zugsführer Josef Skedl, dem Rottführer Felix Sattler, dem Schriftführer Alois Obenaus, dem Kassier Josef Zötsch, dem Zeugwart Macko und den weiteren Mitgliedern Josef Riedl, Franz Klöckl, Franz Handl, Anton Krachler und Heinrich Wemma. Von der Gemeinde Weinitzen wurde dem Löschzug Neustift eine alte Karrenspritze zugewiesen. Schon “im Juli 1922 nahm der Zug beim Barackenbrand der Papierfabrik Andritz erfolgreich teil“.

Im November 1922 wurden fünf neue Mitglieder aufgenommen und der Löschzug erhielt Gurte, Stahlhelme, Beile und Werkzeug für Waldbrände. Bei einer im Dezember durchgeführten Sammlung zum Ankauf einer fahrbaren Spritze wurden 664.833 Kronen aufgebracht, davon jedoch 412.000 Kronen der Feuerwehr-Gesamtkasse übergeben. Auch von den Erlösen einer Christbaumfeier (1,155.470 Kronen) und eines Balls (710.450 Kronen) erhielt die Hauptkasse 300.000 Kronen.

Nachdem 1923 die alte Karrenspritze “nach den modernen Anforderungen“ umgebaut und ein dazupassender Wagen hergestellt worden war, wurde bei der Neustifter Zugsversammlung am 16. Juni wegen Unstimmigkeiten der Austritt aus dem Verband der FF St. Veit beschlossen. Die Gründung der eigenständigen FF Neustift erfolgte am 21. Juli 1923, wobei Josef Skedl zum Hauptmann gewählt sowie der Bau eines Rüsthauses und Steigerturms neben dem Gemeindehaus beschlossen wurde. Beides war nach einem Jahr fertiggestellt, so dass am 31. August 1924 die Rüsthaus- und Spritzenweihe stattfinden konnte, wobei die Patin Anna Klöckl aus Neustift eine Million Kronen spendete.

Zur Hauptversammlung am 15. März 1925 vermerkt die protokollarische Aufzeichnung: “Der Kassastand wurde mit 5,085.000 Kronen ausgewiesen; wir gingen in die Schillingrechnung über: somit ein Kassastand von 508 Schilling und 50 Groschen.“

Am 11. September 1932 fand die Weihe des neben der Schmiede Hieden errichteten neuen Rüsthauses, für das Robert Hasiba den Bauplatz gespendet hatte, statt. Bei der gleichzeitigen Segnung einer neuen Motorpumpe fungierten die Frauen Goiginger, Hofer, Eckhard und Maxa als Patinnen. Diese Eintragung ist die letzte im “Stammbuch der Freiwilligen Feuerwehr Neustift“. Die 1938 erfolgte Eingemeindung des Ortes nach Graz bewirkte zwar die offizielle Auflösung der Wehr, jedoch blieb diese noch während des ganzen Zweiten Weltkrieges aktiv. Erst nach 1945 zog die Stadtgemeinde Graz sämtliche Geräte und das (zweite) Rüsthaus der Neustifter Feuerwehr ein.

Das erste, in den Jahren 1923/24 erbaute Rüsthaus mit Steigerturm der Freiwilligen Feuerwehr Neustift. Davor die Mitglieder: links stehend Karl Mollich, rechts stehend Josef Skedl jun.; sitzend von links nach rechts: Alois Obenaus, Josef Möstl, Josef Skedl sen., Felix Sattler, Franz Klöckl und Alex Eibler; dahinter sitzend von links nach rechts: N. Maihofer, Josef Schwindsackl, Karl Friesnegg, Felix Korsatko, Franz Suppan, Franz Handl, Franz Weiss und Hans Tippl.

Der Heilige Florian

Gedenktag: 4. Mai Name bedeutet: der Blühende (latein.) Geboren in Cannabiaca, dem heutigen Zeiselmauer bei Tulln Gestorben um 304 in Lauriacum, dem heutigen Lorch an der Enns.

 

Geschichte von Florian

Florian war Offizier der zweiten Legion des römischen Heeres in Cetium, dem heutigen St. Pölten. Nach seiner Bekehrung zum Christentum gab er seine glänzende Karriere  auf und kehrte nach Zeiselmauer zurück und lebte längere Zeit dort.  Von hier aus eilte er 40 gefangenen Christen in Lauriacum - dem heutigen Lorch - zu Hilfe. Der Statthalter Aquilinus ließ ihn  verhaften, da er sich weigerte, dem Christentum abzuschwören. Nach vielen Martern erlitt er zusammen mit den 40 mitgefangenen Christen  den Märtyrertod. Mit einem Mühlstein um den Hals wurde Florian in der Enns ertränkt.
Die Überlieferung berichtet, dass seine Leiche, von den Wellen auf einen Felsen geworfen und von einem Adler bewacht, von Valeria, einer frommen Frau,  gefunden und von ihr dort bestattet wurde, wo im 8. Jahrhundert das Stift St. Florian entstand.
In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben - aber erst im 15. Jahrhundert setzte sich diese Überlieferung  durch, die heute seine Bedeutung begründet. Die Reliquien des Hl. Florian gelangten nach Rom. Im 17. Jahrhundert wurden sie nach Krakau  überführt, weitere Reliquien sind in Zeiselmauer und St. Florian an der Enns. Die Kirchen von Zeiselmauer und Lorch gehören zu den ganz wenigen Kirchen Österreichs, die direkt über römischen Heiligtümernerrichtet wurden.
Die Gebeine der anderen 40 Märtyrer wurden Mitte des 20. Jahrhunderts in Lorch ausgegraben. In Zeiselmauer wurde das römische Fahnenheiligtum in der Unterkiche 1980 freigelegt. Florian ist der erste österreichische Märtyrer und Heilige und er ist ist einer der 14 Nothelfer.

Der Heilige Florian gilt neben dem Schutzpatron für die Feuerwehr auch als Schutzpatron

  • Der Bäcker
  • Der Rauchfangkehrer
  • der Bierbrauer
  • der Gärtner
  • der Böttcher
  • der Töpfer
  • der Schmiede (Nagelschmiedfahne Losenstein 1868)
  • der Seifensieder
  • von Polen (Reliquien]von ihm befinden sich in Krakau)
  • von Oberösterreich und Linz

Florian wird angerufen gegen Feuer- und Brandgefahren, Kämpfe, Stürme, Unfruchtbarkeit der Felder, große Dürre.

Geschichte des steirischen Feuerwehrwesens

"Gott zur Ehr’, dem nächsten zur Wehr !" Heiliger Florian

     Verheerende Stadtbrände im österreichischen Raum hatten bereits im Mittelalter die Notwendigkeit eines organisierten Brandschutzes aufgezeigt. Die ersten bekannten Löschordnungen stammen aus dem 13. Jahrhundert (Wien 1278) und hatten eine Besserung des damaligen vorbeugenden und abwehrenden Brandschutze zur Folge. Es dauerte aber bis zur Regentschaft Maria Theresias und ihres Sohnes Josef II. (Feuerverordnungen von 1780 und 1782) bis eine Novellierung weitere Verbesserungen im Bereich des Brandschutzes brachten.

     Erst durch die Liberalisierung in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, die Genehmigung des Vereinswesens in Österreich zur Folge hatte, sollte eine gravierende Änderung eintreten.      In großen Teilen Österreichs rekrutierten sich aus den Turnvereinen die sogenannten Turner-Feuerwehren. Auch in der Steiermark hatten sich bis zum Jahr 1865 mehrere Turner-Feuerwehren gebildet.
     Bei einem Treffen am 6. September 1869 in Klagenfurt wurde eine wichtige Vorentscheidung für eine künftige überregionale Koordination getroffen: Die Mitglieder sahen von der Bildung eines zentralen Österreichisch-ungarischen Feuerwehrverbandes ab und entschieden sich für die Gründung einzelner Gauverbände in den Kronländern.
     Für die Ausarbeitung eines Grundgesetzes für den geplanten steirischen Gauverbandes wurde die Turnerfeuerwehr in Graz beauftragt, die noch im Oktober des gleichen Jahres den anderen Wehren einen Entwurf übermittelten. Er wurde am 19. März 1870 bei einer Versammlung von Vertretern der Feuerwehren in Graz mit geringfügigen Abänderungen angenommen.      Probleme gab es mit dem künftigen Sitz des Verbandes: Da die federführende Grazer Turner-Feuerwehr noch kein selbständiger Verein war, sondern eine Gruppe des Allgemeinen Deutschen Turnvereines, konnte sie ihren Führungsanspruch nicht geltend machen.
Die steirischen Landesfeuerwehrkommandanten

     So entschied man sich für Bruck an der Mur, wo auch im darauffolgenden Jahr der erste Gautag abgehalten wurde. Zum ersten Obmann des "Zentralausschußes des Steiermärkischen Landesfeuerwehrgauverbandes" wurde der Hauptmann der Freiwilligen Feuerwehr Bruck an der Mur, Bauingenieur Karl Watzka, gewählt. Vorrangige Ziele dieser ersten Tagung waren einheitliche Ausbildung, Kleidung, Normungen und Gerätschaften sowie Einfluß auf gesetzliche Regelungen.
     Da Bruck an der Mur langfristig nicht als Zentralstandort des Gauverbandes sinnvoll erschien beantragte Ing. Watzka die Übersiedlung des Verbandes nach Graz. Er selbst trat bereits nach einjähriger Führungsarbeit zurück.
     Da sich die Grazer Freiwillige Feuerwehr inzwischen aus dem Gefüge des Deutschen Turnvereines gelöst hatte, wurde der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Graz, DI Alois Hueber als zweiter Verbandsobmann gewählt. Seit 1869 war Hueber auch Kommandant der Grazer Berufsfeuerwehr. Er übte das Amt des Verbandsobmannes 47 Jahre lang, bis zum Jahr 1918 aus.
     Sein Nachfolger wurde der Grazer Stadtbaudirektor DI Theophil Quirin, der dem Verband innerhalb der nächsten beiden Jahrzehnte Vorstand. Sein besonderes Anliegen war die Vereinheitlichung des Feuerwehrwesens. Er entwarf Pläne, welche die Feuerwehrhäuser vereinheitlichen sollten und erfand die nach ihm benannte "Quirinsche Schlauchkiste".
Historisches BildEinen Monat vor dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich trat Quirin zurück. Sein Nachfolger, Gewerke Ernst Pichler, hatte die undankbare Aufgabe, die von den neuen Machthabern verordnete Auflösung des Verbandes zu vollziehen. Das Feuerwehrwesen wurde in die neue Organisationsstruktur, der sogenannten "Feuerhilfspolizei" umgewandelt. Das NS-Regime bediente sich der funktionierenden Struktur, um seine Ideologie noch besser umsetzen zu können. Das Kriegsende bedeutete einen Neubeginn: 1946 wurde der Grazer Baudirektor Ing. Peter Stanke mit dem Wiederaufbau des steirischen Feuerwehrwesens beauftragt. Noch im selben Jahr gelangten von der britischen Militärregierung 120 LKW und 15 Zugmaschinen an die Feuerwehren zur Verteilung.
     1948 wurde auf dem Bezirkskommandantentag in Kirchberg an der Raab die Wiedereinrichtung des Landesfeuerwehrverbandes Steiermark beschlossen. Zum ersten Landesfeuerwehrkommandanten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Bezirkskommandant von Bruck, Hans Malissa gewählt. Ab 1950 konnte eine erfreuliche Entwicklung des Feuerwehrwesens registriert werden.
     Im Jahr 1957 übernahm der Leobner Rechtsanwalt Dr. Hans Plass die Führung des Landesfeuerwehrverbandes. Seine vorrangigen Bemühungen galten der Erneuerung des veralteten Fuhrparkes. Aus krankheitsbedingten Umständen mußte er bereits 1959 sein Amt wieder zur Verfügung stellen.
     Neuer Landesbranddirektor wurde Edmund Edelsbrunner. In seine Amtszeit fallen die Intensivierung der Feuerwehrleistungsbewerbe und die Installation der ersten Funkgeräte.
     Mit dem Tod Edelsbrunners im Jahr 1966 übernahm Josef Prugger die Leitung des Verbandes. Er gründete für Katastrophenfälle die Feuerlösch- und Bergeeinheiten (FuB-Einheiten) und widmete sich erstmals dem Nachwuchsproblem mit der Bildung von Jugendgruppen. Altersbedingt legte Prugger sein Amt 1976 zurück.
Karl Strablegg wurde neuer Landesfeuerwehrkommandant. Ihm oblag es, das steirische Feuerwehrwesen in die heutige moderne Form überzuleiten. Schon zu Beginn seiner Amtszeit wurde ein neues Feuerwehrgesetz geschaffen. Er organisierte auch die Feuerwehrjugend in seiner heutigen Form. Der Mitgliedsstand konnte von 1976 bis 1996 von 36.800 auf 47.000 erhöht werden. Während seiner Amtszeit setzte Strablegg auch auf die Einführung eines EDV-Systems und moderner Kommunikationsmittel. Das Alarmierungssystem wurde mit effizienten Funkleitsystemen ergänzt. Mit der Umwandlung des "Mitteilungsblattes des steirischen Landesfeuerwehrverbandes" in die Feuerwehrfachzeitschrift "BLAULICHT" bewies Strablegg auch Weitblick in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Einen weiteren Meilenstein stetzte LBD Strablegg mit der Errichtung des neuen Landesfeuerwehkommandos (1992), womit der Standort des Verbandes endgültig von der Landeshauptstadt Graz nach Lebring zur "Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark" verlegt wurde. 1996 schied LBD Karl Strablegg aus Altersgründen nach zwanzig Jahren Führungstätigkeit aus.
     Seine Nachfolge als Landesfeuerwehrkommandant trat LBD Georg Ferstl an, der gleich zu Beginn seiner Funktionsperiode die Selbstverwaltung der Feuerschutzsteuermittel anstrebte und dies zum Teil durchsetzen konnte. Auch weiterhin war die Sicherung der Finanzierung des Feuerwehrwesens Fertls hochrangiges Ziel, wie die Erhaltung und Aufwertung des Ehrenamtes sowie die Verbesserung im Ausbildungs- und Schulbereich. Zur Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren in den administrativen Angelegenheiten wurden speziell entwickelte EDV-Programme angeboten und von den Feuerwehren auf breiter Basis angenommen. Ebenso konnte eine großangelegte Schutzbekleidungsaktion durchgeführt werden, womit landesweit ein hoher Sicherheitslevel für die eingesetzten Kräfte erzielt werden konnte. Am 19. Juni 2000 trat LBD Georg Ferstl als Landesfeuerwehrkommandant zurück, da er in die Politik wechselte und ein Abgeordnetenmandat zum Steiermärkischen Landtag annahm.
     Um den Verband, in dem gerade einige Projekte ihrer Umsetzung harrten, nicht lange führungslos zu lassen, fand bereits am 28. Juni 2000 eine Ersatzwahl statt, wobei LBDS Bernhard Krugfahrt das Vertrauen ausgesprochen wurde. LBD Krugfahrt führte die Verbandsangelegenheiten bis 31. Mai 2001, wo schließlich LBD Franz Hauptmann das Steuer übernahm. Zusammen mit seinen Stellvertretern, LBDS Albert Kern und LBDS Horst-Peter Haas, schaffte LBD Hauptmann eine straffe Organisationsstruktur mit dem Ziel, den Verband zu einer schlagkräftigen Servicestelle für die 767 Feuerwehren des Landes zu gestalten.
     Am 1. Juni 2006 tagte in Peggau (GU) die Wahlversammlung für die Neuwahl des Landesfeuerwehrkommandos, bei welcher nach der Novelle des Landesfeuerwehrgesetzes im Frühjahr 2006, erstmals neben den Mitgliedern des Landesfeuerwehrausschusses auch die Stv.-Bezirksfeuerwehrkommandanten und Abschnittsfeuerwehrkommandanten das aktive Wahlrecht für die Wahl des Landesfeuerwehrkommandanten und des Stv.-Landesfeuerwehrkommandanten ausübten. Damit einhergehend hatten für diese Wahl 134 Feuerwehrkameraden das aktive Stimmrecht. Bezirksfeuerwehrkommandant Albert Kern aus dem Bezirk Radkersburg konnte die Wahl zum Landesfeuerwehrkommandanten eindrucksvoll für sich entscheiden und übernahm die Führung des Landesfeuerwehrverbandes Steiermark. Eine maßgebliche Veränderung brachte die Novelle des Landesfeuerwehrgesetzes auch in Bezug auf die Funktion des Stv.-Landesfeuerwehrkommandanten mit sich. Diese Funktion ist nur noch ein Mal vorgesehen. Kamerad Gustav SCHERZ aus dem Bezirk Voitsberg konnte die Wahl zum Landesfeuerwehrkommandantenstellvertreters für sich entscheiden.
     Neue Weichen für die Zukunftssicherung unserer Einsatzorganisation wurden gestellt: seit Jänner 2008 können Jugendliche bereits ab dem vollendeten 10. Lebensjahr der Feuerwehr beitreten.
     Mit ihrer Wiederwahl am 19.Juni 2008 blicken Landesfeuerwehrkommandant LBD Albert Kern und Stellvertreter LBDS Gustav Scherz (BFV Voitsberg) mit Zuversicht und Respekt auf das erhaltene Vertrauen zurück und setzen ihren im Jahr 2006 begonnenen Kurs mit ihrem Team zum Wohle des steirischen Feuerwehrwesens mit größtem Engagement und größtmöglicher Stabilität fort.

     Ein Meilenstein für das steirische Feuerwehrwesen war zweifelsohne der Auftakt in das Jahr 2009. Die Steiermärkische Landesregierung hat  dem Landesfeuerwehrverband ab dem 1.1.2009 die Leitung der Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark übertragen. Ferner wurde die Nutzung der Anlagen und Einrichtungen der Schule sowie die Einräumung eines Rechtes zur Errichtung der Landesleitzentrale im Raumverbund der Schule genehmigt. Somit obliegt die Ausbildung der steirischen Feuerwehrmitglieder seit Jänner 2009 der Hoheit des Landesfeuerwehrverbandes. Überdies hat das Land Steiermark, ebenso mit Wirkung per 1. 1. 2009, die  Mittelverwendung der Feuerschutzsteuer zu 100 Prozent in die Selbstverwaltung des Landesfeuerwehrverbandes übertragen.

     Vom 10. bis 11. September 2010 – fanden die Feierlichkeiten zum Jubiläum „140 Jahre Landesfeuerwehrverband Steiermark“ in Bruck an der Mur statt. Dieser runde Geburtstag bot willkommenen Anlass, die erfolgreiche Vergangenheit Revue passieren zu lassen, gab Gelegenheit, die Gegenwart kritisch zu beleuchten und ermöglichte, einen Blick in eine hoffentlich positive Zukunft zu werfen.
     Seit dem 10. Mai 2011 steht den Feuerwehren die neue Landesleitzentrale zur Verfügung, welche mit dem Bezirk Voitsberg in den Probebetrieb gegangen ist. In einer rund zweijährigen Planungs-, Errichtungs- und Ausstattungsphase entstand mit einem Investitionsvolumen von rund 5,5 Millionen Euro – getragen vom Land Steiermark – die neue Landesleitzentrale der steirischen Feuerwehren.
     Mit der im Dezember 2011 abgeschlossenen ISO-Zertifizierung der Feuerwehrschule wurde sicher ein Meilenstein hinsichtlich einer qualitativ hochwertigen und praxisorientierten Aus- und Fortbildung zugunsten der steirischen Feuerwehrmitglieder gesetzt, um den gestiegenen Anforderungen auch in Zukunft gerecht zu werden.
     Mit dem Steiermärkischen Bezirksbehörden-Reorganisationsgesetz 2012, veröffentlicht am 20.12.2011, wurde auch das Landesfeuerwehrgesetz 1979, zuletzt in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 52 aus 2006 novelliert. Durch den neugefassten Paragraphen 13 Absatz 1, kommt es zu einer Entkoppelung der Feuerwehrbezirke von den politischen Bezirken, wie diese zum 31. Dezember 2011 bestanden haben. Die freiwilligen Feuerwehren, die Gemeinden mit Berufsfeuerwehren und Betriebe mit Betriebsfeuerwehren bilden im Bereich jedes politischen Bezirkes, nunmehr den Bereichsfeuerwehrverband.
     Nach knapp 50-jährigem aktivem Feuerwehrdienst stand Landesbranddirektor-Stellvertreter Gustav Scherz Ende Juni 2012 knapp vor seinem wohl verdienten Übertritt in seine „Feuerwehrpension“, denn jede gewählte Funktion erlischt spätestens mit der Vollendung des 65. Lebensjahres des Gewählten. Liezens Bereichsfeuerwehrkommandant, OBR Gerhard Pötsch, konnte im Rahmen der Ersatzwahl für LBDS Gustav Scherz am 28.06.2012 in Rosental (Bez. Voitsberg) knapp 52 Prozent der Stimmen auf sich vereinen und wurde somit zum Nachfolger von Gustav Scherz als Landesbranddirektor-Stellvertreter gewählt.
     Die 99 Delegierten des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes haben am Samstag, 08.09.2012, beim 20. Bundesfeuerwehrtag in Linz, den neuen Präsidenten und die drei Vizepräsidenten gewählt. Sie werden in den nächsten fünf Jahren in der 17. Funktionsperiode (bis 2017) die rund 340.000 Feuerwehrmitglieder Österreichs vertreten. Erstmals steht mit Landesfeuerwehrkommandant LBD Albert Kern ein Steirer ganz an der Spitze des Feuerwehrwesens in Österreich. Mit großer Mehrheit wurde er von den Delegierten gewählt. Ihm zur Seite stehen die Vizepräsidenten DI Dr. Gerald Hillinger, Branddirektor von Wien, Ing. Franz Humer, MSc – Branddirektor der Stadtfeuerwehr Wels und der Niederösterreicher Armin Blutsch. Hinter Kern liegen sechs sehr lehrreiche Jahre als Landesfeuerwehrkommandant und insgesamt 17 Jahre als Bezirks- bzw. Bereichsfeuerwehrkommandant.
     In Kombination von Feuerwehr- und Zivilschutzschule und der Landesleitzentrale Florian Steiermark zählt die Dienst- und Ausbildungsstelle der steirischen Feuerwehren in Lebring (Bez. Leibnitz) unbestritten zu den ersten Adressen im steirischen Katastrophenschutz. Die Landesleitzentrale „Florian Steiermark“ wurde, wie auch Zu- und Umbauten der FWZS, am 15.9.2012 mit einem Festakt feierlich eröffnet und gesegnet. Nunmehr langen in der LLZ die Notrufe von 16 steirischen Bereichsfeuerwehrverbänden ein. Steiermarkweit steht den Feuerwehren – auch in Kombination mit den redundanten Florianstationen – eine technisch modernst ausgestattete Leitstelle, die ein rasches und vor allem für die Mitarbeiter vor Ort und den Feuerwehrkräften im Land optimales Handeln im Einsatz- und Katastrophenfall gewährleistet, zur Verfügung.
     Am 27. Juni 2013 fand in der Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark plangemäß die turnusmäßige Wahl des Landesfeuerwehrkommandanten und seines Stellvertreters - unter dem Vorsitz des 2. Landeshauptmann-Stellvertreters Siegfried Schrittwieser - statt. Die Funktionsperiode eines Landesfeuerwehrkommandanten bzw. seines Stellvertreters dauert fünf Jahre, die letzte turnusmäßige Wahl fand im Juni 2008 in Peggau statt. Insgesamt 134 steirische Feuerwehrfunktionäre waren an diesem Donnerstagnachmittag mit dem Beginn um 16:00 Uhr in der Feuerwehrschule in Lebring aufgerufen, an der Wahlversammlung teilzunehmen. Anwesend waren 122 Stimmberechtigte, für die Entscheidung reicht die einfache Stimmenmehrheit. Der neue alte Landesfeuerwehrkommandant heißt Albert Kern. Der Präsident des ÖBFV, LBD Albert Kern, hat bei der Wahl knapp 89 Prozent der Stimmen erhalten und steht für weitere fünf Jahre an der Spitze der steirischen Feuerwehren. Kern hat 2006 die Führung des Landesfeuerwehrverbandes übernommen, die Servicestelle für alle steirischen Feuerwehren. Wie 2012 bei der Ersatzwahl in Rosental (Bezirk Voitsberg), wo der Nachfolger von Gustav Scherz gewählt wurde, wurde LBDS Gerhard Pötsch auch bei dieser Wahl die Stimmenmehrheit zuteil. Pötsch steht somit auch in der nächsten Funktionsperiode an der Seite von Landesfeuerwehrkommandant Albert Kern.